Ostfriesland (Teil III): Greetsiel

Greetsiel

Greetsiel – klingt nicht schon der Name nach Sehnsucht, Urlaub, Meer?

Ich nehme Euch weiterhin mit auf unsere Reise nach Ostfriesland. Heute lest Ihr über Greetsiel; ein Fischerdörfchen im Puppenstuben-Look, mit vielen Besuchern, freundlichen Einheimischen und einem ganz besonderen Flair.

Es war nicht zuletzt der Ort Greetsiel selbst, der uns zu unserem Ostfriesland-Urlaub verführte. Während unserer Recherchen hatten wir viel über die Ausflugsziele der Region gelesen. Immer wieder stolperten wir über Greetsiel.

Von unserem Urlaubsdörfchen Woquard nur einen Katzensprung entfernt, lockt uns Greetsiel, seit wir die Zwillingsmühlen auf Fotos gesehen hatten. Da müssen wir hin!

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Unser ostfriesischer Nachbar, der in Woquard ein stattliches Anwesen dem Ferienhäuschen gegenüber bewohnt, nennt Greetsiel eine Touristenfalle und empfiehlt uns stattdessen Emden und die Dörfer der Gemeinde Krummhörn.

Das Draußenkind freut sich, als wir ihm eröffnen, dass wir trotz des Sturmes die Mühlen anschauen wollen. Wir finden einen Parkplatz beim großen Supermarkt und schlendern im Wind Richtung Ortsmitte. Erstaunlich, wie traditionell und gepflegt der schnuckelige Ort wirkt. Bausünden sehen wir keine.

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Zwillingsmühlen, Boutiquen und Giebelhäuser

Dennoch ist uns schnell klar: Greetsiel ist romantisch, verträumt und Postkartenidyll pur, aber wahrhaftig auch eine Touristenfalle. Im Frühling hält sich der Trubel noch in Grenzen, aber im Sommer muss hier viel Betrieb sein.

An den Zwillingsmühlen drängen sich die Menschen, trotzdem sieht es malerisch aus.

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Die kleinen Gässchen sind herausgeputzt, überall nostalgische Boutiquen. Das Draußenkind will in jeden Laden und schmettert den Verkäufern ein freundliches „Moin!“ entgegen. Die Einheimischen sind sehr freundlich und aufgeschlossen. Jeder lächelt unser Kind an, hält einen Schnack mit uns und ist überaus zuvorkommend.

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Besonders der nette Inhaber des Spielzeugladens ist mit einer Engelsgeduld gesegnet. Während einige Kinder seinen Laden auf den Kopf stellen, schmunzelt er nur: „Ausprobieren ist hier ausdrücklich erwünscht.“

Er erzählt uns von seinem Alltag, vom Trubel in der Hochsaison und den stillen Monaten November und Dezember, die er am liebsten mögen würde.

Das schöne Holzspielzeug, das er verkauft, weckt einige Begehrlichkeiten beim Draußenkind. Aber dann siegt doch die Vernunft. Erstmal gucken, später kaufen.

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Der Regen setzt ein, dazu Sturm – wir müssen Unterschlupf finden.

Ich erspähe ein Café, in dem wir einkehren – „Is Teetied“ heißt es, und so sieht es auch drinnen aus. Wir tauchen ein in eine nostalgische Fischerkaten-Atmosphäre.

An den Wänden hängen sepiafarbene Familienfotos und Accessoires, die ganz eindeutig ostfriesischen Charme verbreiten. Der Kuchen ist noch warm und unglaublich lecker.

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Als wir wieder nach draußen gehen, hat der Regen aufgehört. Wir schlendern zum kleinen Hafen, bewundern die bunten Krabbenkutter, staunen über die wunderschönen Giebelhäuser und fühlen uns ganz weit weg von zu Hause. Tatsächlich ist hier eine ganz andere Welt. Die Zeit scheint langsamer zu vergehen.

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Shopping-Alarm

In einem kleinen Modekaufhaus, das etwas versteckt in einer Nebenstraße liegt, erfreue ich mich an bunter Kinderkleidung und kaufe für das Draußenkind einen Pulli der Marke Joules. Nicht billig, aber superhübsch. Es ist doch Urlaub, wir wollen uns etwas gönnen, also muss der Pulli mit.

Die Luft schmeckt salzig, was meinen gequälten Bronchien gut tut. Der Draußenmann und das Draußenkind verlangen nach einem Eis. Vor der dänischen Eisdiele reiht sich eine lange Schlange Menschen auf. Egal, wir stellen uns an und dürfen wenig später genießen. Das Eis ist himmlisch!

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Moin, Greetsiel!

Immer mal wieder nieselt es. Wir kaufen uns deshalb in einer kleinen Boutique lustige Strickmützen. Zwei tragen die Stickerei „Moin“, eine bekennt sich zu „Schietwetter“. Leider stehen sie nur dem Draußenkind wirklich gut, aber sie erfüllen ihren Zweck und halten auch uns Eltern trocken. 😉

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Der krönende Abschluss für das Draußenkind ist der Besuch des großen Spielplatzes in der Nähe des Supermarktes, wo wir geparkt haben. Viele tolle Spielgeräte stehen zur Verfügung, alles ist sehr gepflegt und fügt sich gut in das Ortsbild ein. Während wir Eltern mit den Zähnen klappern, ist das Draußenkind gut in Bewegung, richtig schön schmutzig und unendlich glücklich.

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In den folgenden Tagen werden wir des Öfteren nach Greetsiel fahren. Deshalb seht Ihr hier auch Fotos von verschiedenen Tagen im Puppenstuben-Fischerdorf.

Schließlich muss das Draußenkind noch ein hölzernes Glockenspiel im Lieblings-Spielzeugladen kaufen. Und den Spielplatz besuchen. Und die Zwillingsmühlen. Und die Eisdielen stürmen. Und Krabben kaufen.

Und, und, und…

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