Usedom: Frühmorgens am Strand von Zinnowitz

Morgens am Strand

Kennt Ihr das Gefühl, ganz früh an einem Sommermorgen in neuer Umgebung respektive dem Urlaubsort aufzuwachen?

Ich möchte Euch von unserem ersten Morgen dieses Urlaubs in Zinnowitz erzählen.

5.30 Uhr.

Ich strecke mich in meinem Ferienbett. Neben mir regt sich das Draußenkind, schlägt seine Augen auf und murmelt leise: „Mama, bist du schon wach?“

Er tastet nach mir und greift meine Hand. Der Wohnwagen, in dem wir beide schlafen, hat braune Vorhänge, die nicht komplett abdunkeln.

Morgens am Strand

Draußen singen die Vögel, es ist noch ein wenig feucht, die Luft riecht nach Salz, Tau und irgendwie anders als zu Hause.

Durch das Fenster scheint die Morgensonne. Ein verwaistes Spinnennetz, mit Tautropfen benetzt, glänzt im frühen Tageslicht. Schäfchenwolken im Himmel verraten, dass es ein schöner Tag werden wird.

Morgens am Strand

Wir schlüpfen in unsere Badeschlappen, kichern dabei ein bisschen und öffnen die Wohnwagentür.

Erstmal ins Bad, zur Toilette. Diese ist im Ferienbungalow, wo der Draußenmann noch schläft.

Wir wollen ihn nicht stören, deshalb lege ich den Finger an meine Lippen und bedeute dem Draußenkind leise zu sein.

Trotzdem müssen wir kurz ins Schlafzimmer, denn dort sind unsere Koffer und Kleidungsstücke.

Natürlich wird der Draußenmann wach und sieht mich verschlafen an.

„Wir gehen zum Bäcker, leg dich wieder hin!“ Er sinkt auf sein Kissen zurück und dreht sich wieder um.

Zum Strand?

Ich habe eine Idee: „Wollen wir erstmal zum Strand und danach zum Bäcker? Du kannst einen Eimer zum Muschelsammeln mitnehmen. Was meinst du?“

Das Draußenkind ist begeistert. Es zieht seine Gummistiefel, eine kurze Hose und einen dicken Pulli über, schnappt sich einen Eimer und ist startklar.

Morgens am Strand

Die Luft ist herrlich frisch; wir hören Möwen kreischen.

Morgens am Strand

Während wir zum Strand laufen, sehen wir Schmetterlinge, Kastanienbäume, weiße Wattewölkchen, einige wenige Jogger und Radfahrer, einen Lieferwagen. Noch ist wenig los in Zinnowitz.

Morgens am Strand

Obwohl es den Weg verlängert, gehen wir durch den grünen Kurpark. Die Mülleimer sind vom vorherigen Abend noch voll. Um die Abfälle zanken sich lautstark einige Krähen.

Irgendwann sagt das Draußenkind, dass es Hunger hätte. Die Bäckereien, an denen wir vorbeikommen, haben aber noch geschlossen. Ich verspreche meinem Kind ein Hörnchen auf dem Rückweg.

Morgens am Strand

Morgens am Strand

Auch die Fischbuden und Souvenirshops nahe der Seebrücke sind noch geschlossen. Hin und wieder hören wir das Geräusch von sich öffnenden Rolläden.

Die Straßenkehrmaschine dreht ihre Runden an der Promenade. Ein Mann wässert die zahlreichen Blumenbeete.

Endlich sind wir am Strand. Sofort ziehen wir die Schuhe aus und versinken im weichen, kühlen Sand. Er fühlt sich herrlich unter den Fußsohlen an.

Morgens am Strand

Das Draußenkind juchzt und rennt los, immer Richtung Meer. Ich staune darüber, wie leichtfüßig er sich im Sand bewegen kann.

Außer uns ist tatsächlich noch niemand am Strand.

Morgens am Strand

Die Sonne strahlt, alles ist in warm-goldenes Licht getaucht. Die See ist spiegelglatt; nur ganz kleine Wellen schaffen es an den Strand. Am Horizont ballen sich weiße Wolken, die aber vollkommen harmlos aussehen.

Wie eine Postkarte, schießt es mir durch den Kopf.

Morgens am Strand

Ein paar kleine Quallen liegen am Ufer und werden vom Draußenkind beäugt. Er hat viele Fragen zu den Meerestieren, die ich beantworte, so gut ich es kann.

Das helle Morgenlicht motiviert mein Hobbyfotografen-Auge sehr. Ich bitte meinen Sohn, in Sichtweite zu bleiben und nicht zu weit ins Wasser zu gehen.

Morgens am Strand

Dann nehme ich meine Kameras und fotografiere, was das Zeug hält, während das Draußenkind bis zu den Waden in der Ostsee steht und nach Muscheln sucht.

Hin und wieder ruft er laut, dass er ein besonders schönes Exemplar gefunden hätte. Manche bringt er mir ganz stolz und schenkt sie mir.

Ich klettere um die Strandkörbe herum, probiere verschiedene Perspektiven beim Fotografieren aus und bin einfach nur begeistert, wie schön sich ein fast leerer Strand fotografieren lässt.

Morgens am Strand

Stippvisite beim Bäcker

Erste Spaziergänger erinnern uns an unsere Mission – wir wollten doch Brötchen kaufen.

Zögerlich fordere ich das Draußenkind auf, allmählich die Sachen zusammenzupacken und aus dem Wasser zu kommen.

Eigentlich würde ich gern noch ein bisschen bleiben, aber wir sind ja jetzt eh zwei Wochen hier und haben noch viel Zeit für weitere Strandspaziergänge.

Morgens am Strand

Glücklich präsentiert mir das Draußenkind seine Muschelschätze, als wir den Strand verlassen.

Die Sonne hat inzwischen viel Kraft; es wird sehr warm. Strandtage, wir kommen, denke ich zufrieden.

Morgens am Strand

Nahe der Strandpromenade hat ein Bäcker geöffnet. Wir kaufen Mohnbrötchen, Croissants, Zwillinge und Hörnchen. Das Draußenkind verspeist direkt ein Croissant. Frische Luft macht eben hungrig.

Morgens am Strand

Als wir am Ferienhaus das Tor öffnen, kommt uns der Draußenmann entgegen: „Na, war’s schön?“

„Oh ja!“, sagen wir im Chor und reichen ihm die Brötchentüten.

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2 Kommentare auf "Usedom: Frühmorgens am Strand von Zinnowitz"

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Sandra
Gast

Wunderschöne Fotos – die entschädigen (hoffentlich) für das arg frühe Aufstehen 😉 Und wenn nicht die, dann spätestens die Muschelschätze des Draußenkindes!

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