Zeit für Taschengeld?

Taschengeld

Am letzten Sonntag im August klimperte ein Eurostück in die offene Hand meines Sohnes.

„Hier, dein Taschengeld!“, sagte der Mann zum Draußenkind. Ich sah das Strahlen und den Stolz im Kindergesicht.

Endlich 6 Jahre alt, endlich Taschengeld!

Zu früh?

Kritische Stimmen könnten nun vorbringen, dass es doch eigentlich viel zu früh für ein KiTa-Kind ist, jetzt schon mit Taschengeld eingedeckt zu werden.

Wir haben uns diese Entscheidung sehr gut überlegt und hatten dafür natürlich unsere Gründe, von denen ich Euch gern erzählen möchte.

Du bist jetzt groß!

Unser Sohn war dieses Jahr im Hinblick auf die Einschulung ein Kann-Kind. In Hessen haben wir den Stichtag 30.06. – Kinder, die bis zu diesem Termin geboren sind, werden üblicherweise eingeschult.

Wer zwischen dem 01.07. und 31.12. geboren wurde, ist ein so genanntes Kann-Kind. Die Eltern können in Absprache mit KiTa, Schule und Amtsarzt ihr Kind etwas vorzeitiger in die Schule schicken.

Wir Eltern haben uns entschieden, das Draußenkind als Muss-Kind im Sommer 2017 einzuschulen, weil es sich für uns und für ihn richtig anfühlt.

Nun gehört das Draußenkind zu den Ältesten in der KiTa, zu den Vorschülern. Ein tolles Gefühl für ihn!

Mit der Taschengeld-Gabe möchten wir ihm vermitteln, dass er groß und reif genug dafür ist.

Du bist ein wichtiger Teil der Familie, der wichtige Aufgaben zu Gunsten dieser erfüllt:

Kinderzimmer aufräumen, Müll entsorgen, beim Staub wischen helfen, beim Backen helfen, Tisch decken, abräumen, beim Bäcker einkaufen: Das Draußenkind erledigt dies.

Natürlich nicht alles in einer Woche und oft von Lust und Laune abhängig, aber doch zunehmend regelmäßig. Meist tut er dies mit Freude und ist hinterher enorm stolz.

Das Taschengeld soll eine kleine Honorierung seines wichtigen Beitrags sein.

Wir sehen, was er tut und freuen uns darüber.

Du darfst frei entscheiden!

Ein Euro pro Woche: Das ist eine Kugel Eis, ein Schokoriegel, ein Aufkleber, eine Tüte Bonbons, ein Stift, ein Teilbetrag für eine Kinderzeitschrift, eine Süßigkeit aus dem Kaugummiautomaten.

Oder etwas ganz anderes.

Was genau das Draußenkind davon kauft, bleibt ihm überlassen, solange er nichts Gefährliches oder völlig Unangemessenes haben möchte.

Er ist alt genug, er darf entscheiden. Wir lassen ihn machen.

Du trägst die Verantwortung für dein Taschengeld.

Unser Sohn hat mehrere Sparbüchsen, die sich über die letzten Jahre angesammelt haben.

Hin und wieder kippt er diese aus und zählt sein Vermögen. Dann rechnet er nach, was er sich alles dafür kaufen könnte.

Anschließend wird das Geld wieder einsortiert. Manchmal bleiben einzelne Münzen auf dem Tisch liegen. Bisher habe ich ihn daran erinnert, sein Geld sicher zu verwahren und darauf aufzupassen.

Jetzt trägt er die Verantwortung für sein Taschengeld und wie er damit umgeht.

Was kostet die Welt?

Mit der wöchentlichen Taschengeld-Gabe wird das Draußenkind den monetären Wert von Dingen einschätzen lernen.

Ein nicht aufgegessenes Eis? Schade um den Euro.

Zwei Kugeln Eis? Zwei Wochen Taschengeld.

Der Wunsch nach einem Spielzeug? Noch 10 Wochen sparen, dann er es sich leisten.

Kein Geld mehr übrig? Weg ist weg.

 

Ich bin gespannt, wie er mit seinem Taschengeld hantieren wird und werde bestimmt auch mal darüber berichten.

Wie handhabt Ihr das, liebe LeserInnen, mit dem Taschengeld?

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2 Kommentare auf "Zeit für Taschengeld?"

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Sandra
Gast

6 Jahre finde ich genau das richtige Alter, um mit der Gabe von Taschengeld zu beginnen. Halte uns doch mal auf dem Laufenden, wie das Draußenkind damit umgeht: ist es eher ein Sparer oder auf-den-Kopf-Klopfer, und für was wird das Geld ausgegeben?

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